Als ich heute so durch die nachweihnachtlich geplünderte Mayersche schlenderte um mir ein Diätbuch zu kaufen weil ich zu viel gefressen habe mein Bücherregal mal wieder aufzufüllen, fiel mir auf, daß a) in der Mayerschen nach Weihnachten größere Unordnung herrscht als in meinem Kleiderschrank an einem Freitagabend b) viele Bücher den gleichen Cover-Artist haben müssen und c) viele Bücher doofe Titel haben.
Meine Gedanken dazu möchte ich nun schriftlich aus- und aufarbeiten.
ad a) Das ist eine Kunst.
ad b) Es gibt mehrere Trends:
- Pastelltöne mit Engelsflügelchen / Schuhen / Shoppingtüten / in Modezeichnungs-Stil skizzierten Frauen / Herzen. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um “Chick-Lit” (das Wort allein läßt mich an amerikanische Pornos denken) wie Marian Keyes, Cecilia Ahern, Candace Bushnell und wie sie alle heißen. Hierzu lautet meine These, daß es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur um das selbe Cover sondern (in Grundzügen) auch um das selbe Buch handelt. Aus dem Büchersetzkasten entnommen: Frau (verlassen /30 / dick / arbeitslos) + Großstadt (preferably NY) + Schuhe / Sex / Prosecco / Yoga + eine Prise dick aufgetragene Selbstironie + aussichtslose Durststrecke + Traummann der die Frau völlig überraschend aber mit Hindernissen so liebt wie sie es schon immer verdient hätte obwohl sie einen dicken Arsch hat. Tadaaaaaaaaaaa!
- Der Safran Foer. AlLeS sIeHt aUs alS wÄrE eS EiN BeKenNErScHreIBEn!! Da diese Schrift mir im Auge wehtut und Jonathan Safran Foer nicht will, daß ich Tiere esse, habe ich noch keins der Bücher gelesen.
- Der an skandinavischen Autoren orientierte Thriller. Cover: Weiß. Schrift: Blutig oder Druckerpatrone leer. Farbschema: Bildzeitung (Viel Rot, weniger Schwarz auf weißem Untergrund). Wichtigstes Merkmal: Der Spiegel Bestseller Aufkleber. Soll wohl gruselig sein.
ad c) Never judge a book by its name? Ich frage mich oft, wer sich die Titel ausdenkt. Der Autor? Der Verleger? Schreibt man den Titel zuerst, wie man es in der Grundschule gelernt hat (und auch in der Uni, siehe “Wie schreibe ich eine Hausarbeit”)? Denkt sich da vielleicht einer: Boah, das isn cooler Titel, wie nehm ich den jetzt und machn Buch draus? So oft hat der Titel ja gar nichts mit nichts zu tun…? Heutiger Aufreger war ein Buch namens “The Tokyo Diaries“, dessen Titel mich unweigerlich an SyBille Kaulitz und seinen Homonsoon so wie die 150.000 anderen Diaries erinnerte. Stand in der Independent Section, bleibt dort auch stehen. Stattdessen adoptierte ich ein äußerst hübsch aussehendes Exemplar namens “Aber Simens, Schnee im August?” aus dem Salis Verlag (der mich bitte einstellen soll, falls alle Bücher so toll und seltsam sind). Wie so häufig geht es um NY, Gilded Age, la-di-dah…
Soeben stellt sich ein Gefühl der eigenen Berechenbarkeit ein. BOOORING. Ich muß weg.
