Die Zwiebeln: Wurst

1 Dec

Die beste Freundin meiner Tochter, nämlich die Frau, die ihr an der Aufschnitttheke bei Edeka immer die Fleischwurst gibt, ist schwanger.

Irgendwie wundert mich das, denn ich hatte sie in meinem Kopf etwa 20 Jahre älter gemacht als mich, was sie irgendwo um die 50 platzieren würde. Warum, weiß ich auch nicht genau.
Sofort tut sie mir leid, denn ich konnte schwanger kaum an dieser Theke vorbeigehen, so hat der Gestank mich geekelt.

Als ich sie das nächste Mal sehe, wird mir bewußt, dass sie mich vage an meine Mutter erinnert. Meine Mutter wäre darüber beleidigt, aber das tut nichts zur Sache.
Die nette Wurstfrau trägt ihre Haare immer zusammengebunden, ihr Haaransatz formt eine kleine Spitze in der Mitte der Stirn. Der Ansatz ist grau, der Rest dunkelbraun. Sie hat ein rundes Gesicht und einen kugeligen Mund, unter den Augen etwas erschöpfte Ränder. Sie schminkt sich nicht, scheint etwas müd’, aber irgendwie wirkt sie fröhlich – als wäre sie mit sich im Reinen und würde sich so naiv auf das Kind freuen, wie man es nur kann, bevor man eins hat.
Wie mag ihr Mann wohl aussehen?

Seit Neuestem steht sie nicht mehr bei der Wurst, sondern sitzt an der Kasse.
Obwohl eine andere Kasse auf ist, stelle ich mich bei ihr an und starre. Dieser Haaransatz, das Spitzchen – wenn ich die Augen halb schließe und durch die Wimpern blinzle, dann sitzt dort meine verstorbene Mutter und schiebt piepend Lebensmittel übers Band.
Für einen langen Moment habe ich das Bedürfnis, irgendwie ihre Freundin zu werden.
Ob es komisch wäre, mit meiner Mutter befreundet zu sein, die in 9 Wochen ihr erstes Kind bekommt, frage ich mich.

Dann bin ich dran.

Silberzwiebeln

1 Dec

In meinem Kopf sind Zwiebeln. So unglaublich viele kleine Zwiebeln.
Jede Zwiebel ist eine Geschichte, die wie ein kleiner Teebeutel darauf wartet, dass ich endlich Wasser draufgiesse und sie ihr volles Aroma entfalten kann. (Ja. ein Zwiebel-Teebeutel, just go with it!)
Den ganzen Tag lang, egal ob ich nun im Supermarkt an der Kasse stehe oder mich mal wieder von meinem Sohn vollkotzen lasse, finde ich neue Zwiebelchen und wünsche mir nichts sehnlicher, als sie endlich zu Papier bringen zu dürfen.

Und dann, am Ende des Tages, wenn endlich alle schlafen und die Wohnung nur noch nach Bürgerkrieg und nicht mehr nach WWIII aussieht, sind sie plötzlich alle weg, die Zwiebeln.
Vielleicht sind es eher Gänseblümchen, die sich mit Verschwinden der Sonne zusammenziehen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mein Hirn Punkt 21.00 Uhr zu Grütze wird.
Jeden Tag nehme ich mir aufs neue vor, dass es doch irgendwie machbar sein muß, wenigstens eine Stunde für mich abzuknapsen, um irgendwas sinnvolles zu tun, alle diese Zwiebelchen zu Geschichten-Mettbrötchen zu verarbeiten, vielleicht, irgendwie, die anderen schaffen es ja auch, wie machen die das nur?
Micky Beisenherz hat doch auch ein Kind, und die von Journelles auch, bin ich einfach zu blöd?

Und dann ist sie da, die Zeit, irgendwoher – und das Einzige, was ich schaffe, ist, mich vor lauter Ideen so verrückt zu machen, dass ich nichts mehr kann. 70000 Mal Facebook zu checken, und mir 50000 Gründe einfallen zu lassen, wieso das irgendwem irgendwie quer gehen könnte, dass ich nun etwas schreibe. Aus den Zwiebeln werden eingebildete Stimmen.
“Schon gelesen”, “Erinnert mich an”, “Machst Du jetzt auch?”, “Bist Du nicht eigentlich..?”, “Wolltest Du nicht mal…?”… hm.
Ja wollte ich. Schauspielerin sein. Historikerin sein. Eine Modeuschi sein. Kochen. Mama sein. Comedian sein. Schreiben.
Kann ich alles ganz gut, behaupte ich.
Aber warum zur Hölle kann ich mich dann nicht festlegen?

Muß ich das? Liegt’s daran, dass ich nichts richtig kann oder hab ich nur ADS?
Bin ich ein größenwahnsinniger Versager?

Oder ein versagender Größenwahnsinniger?
So genau weiß ich das nicht.

Ist da draussen jemand?
Schon wieder ‘ne Zwiebel. Muß mal pflanzen gehen, ciao.

If I didn’t care…

8 Feb

Beautiful Music. 

Mir wächst ein Gewissen.

2 Feb

Vor ein paar Wochen unterhielt ich mich mit der Greater (Name nicht geändert)  sehr angeregt über Karen Duve, J.S. Foer, Tiere essen, keine Tiere essen, doofe Veganer, leckere Cheeseburger etc. pp..

Kurz davor war ich in der Mayerschen (ihr erinnert euch) in die Ernährungsecke gefallen, wo mir meine alte Freundin “Skinny Bitch” wiederbegegnete. In diesem Buch wird sehr drastisch geschildert, warum man unbedingt vegan leben sollte. Als ich es vor 3 Jahren las, habe ich einige Wochen fast gar nichts mehr gegessen, da es in Deutschland durchaus schwerer ist, sich vegan und lecker zu ernähren. Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich aufgegeben habe.

Der Titel “Tiere essen” sorgte für mildes Amüsement bei mir dem Bio-Omnivor (der Omnivoreuse?), ohne ihn jemals gelesen zu haben. Ich ernähre mich bewusst, gesund, bio; ich kaufe nicht das Billigste weil ich was gegen schreckliche Tierhaltung habe und ich habe mich auch schon mal getraut ein PETA Video zu schauen (obwohl die auch nicht ganz kosher sind). Aber ich habe es auch ganz schnell wieder vergessen, bzw. weeeeeeeeeit hinten in meinem Kopf verstaut.

Ulkigerweise predige ich seit einiger Zeit meinen Mitmenschen, daß das Leben sehr viel leichter und gesünder wird, sobald man aufhört, sich selber zu belügen. Als Beispiel brachte ich dann immer Liebesbeziehungen oder das leidige Thema mit den Zigaretten, obwohl ich hoffentlich weit davon entfernt bin, ein “Weltverbesserer” zu werden (then again: warum hoffentlich? Was ist denn an einem Weltverbesserer so schlimm?).

Also, sagte ich dann immer, wenn man sich mal ganz klar bewusst macht, dass man sich vergiftet und dass am Rauchen nun wirklich nichts postivies dran ist…blablabla, yaddi yaddi yaddi.

Dann las ich kürzlich ein Zitat von Karen Duve zum Thema “Bewusst Essen”:

Auch Bio-Schweine werden nicht totgestreichelt.

Bäm, da hatte sie mich.

Der Satz schwirrt mir seit Tagen im Kopf rum. Er macht ganz komische Sachen mit mir, wo doch meine beste Freundin sagt: “Wenn Kräuterbutter drauf ist ist’s vegetarisch.” und meine Jungs schreien: “Fleisch ist mein Gemüse”. In einem Land, wo Fleischverzehr fast zum guten Ton gehört und selbst im hippen Berlin-Mitte noch längst nicht in jedem Lokal ein vegetarisches Gericht serviert wird.  Wo ich Vegetarier doch totaaaaaaaaaal scheisse finde und mir letztes Jahr noch eine Jacke aus Karnickelfell gekauft habe. Ich darf quasi gar nicht. Und doch wird mir plötzlich sehr deutlich, wie viel totes Tier um mich herum und an mir dran ist. Hätte ich das auch, wenn ich es selber fangen und töten müßte? Wahrscheinlich nicht. Die armen Viecher bekommen im “humansten” Fall einen Bolzen zwischen die Augen. Oder sie werden geschächtet. Nicht schön.

Deutlich kommen mir auch Passagen aus Skinny Bitch in Erinnerung: Do you really want to put a rotting carcass inside you? Eigentlich nicht. Also so gar nicht.

So viel zum Thema “Sich Selbst Anlügen”. So ungern ich es zugebe, manchmal muss man sich zwingen, die Ignoranz und den Sarkasmus (“mir doch egal wie das Ding lebt oder stirbt, Hauptsache es schmeckt”) mal in den Arsch zu treten…im Ernst. Es handelt sich um Lebewesen, ich könnte und würde keins töten (Ok, stimmt nicht. Mücken, Fliegen und Kakerlaken habe ich schon ermordet.) und ich denke, das geht den meisten Leuten so. Wer diese Tatsache immer nur wegschiebt, ist doof.

Bin ich jetzt vegan und werfe alle meine Lederschuhe, Daunendecke, Gummibärchen, Fellprodukte weg?

Nein.

Denke ich darüber nach und habe gerade wirklich überhaupt keine Lust irgendetwas  aus Tier zu essen?

Ja.

Mal schauen was draus wird.

 

 

 

 

You drive me craaaaaaazy…

19 Jan

Because today is a good day, I won’t let that ruin it…it’s just that some things are annoying the fuck out of me, so I figured I’d share.

Here we go again. Skinny Scandinavian & Italian fashionweeksters are crowding the city once more, and again they bother me quite a bit. They are using my (yes MY) sidewalks, stopping dead as if they’d never seen a shoe store in their lives (they probably own one or two) and they’re oh so important with their BBBAll Area-passes dangling from their necks. Would probably impress me, too, if I hadn’t “been there, done that” a couple of times only to come to the conclusion that I really couldn’t care less each and every time.

It’s really not that important what you wear. Again, this falls into the category: Nobody gives a shit.

So, as much as I appreciate your effort — how ’bout you get something to eat and put on some normal clothes instead of that Peter Pan- hat and over-over-oversized fur jacket?

Y’anyway. I wrote the same thing last year.

What’s annoying you these days?

Feel free to rant.

PS: A little guilty pleasure that came to mind…watch out for Sabrina the Teenage witch’s cameo appearance!

Wenn isch das nomma seh dann kotz isch.

27 Dec

Als ich heute so durch die nachweihnachtlich geplünderte Mayersche schlenderte um mir ein Diätbuch zu kaufen weil ich zu viel gefressen habe mein Bücherregal mal wieder aufzufüllen, fiel mir auf, daß a) in der Mayerschen nach Weihnachten größere Unordnung herrscht als in meinem Kleiderschrank an einem Freitagabend b) viele Bücher den gleichen Cover-Artist haben müssen und c) viele Bücher doofe Titel haben.

Meine Gedanken dazu möchte ich nun schriftlich aus- und aufarbeiten.

ad a) Das ist eine Kunst.

ad b) Es gibt mehrere Trends:

  1. Pastelltöne mit Engelsflügelchen / Schuhen / Shoppingtüten / in Modezeichnungs-Stil skizzierten Frauen / Herzen. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um “Chick-Lit” (das Wort allein läßt mich an amerikanische Pornos denken) wie Marian Keyes, Cecilia Ahern, Candace Bushnell und wie sie alle heißen. Hierzu lautet meine These, daß es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur um das selbe Cover sondern (in Grundzügen) auch um das selbe Buch handelt. Aus dem Büchersetzkasten entnommen:   Frau (verlassen /30 / dick / arbeitslos)  + Großstadt (preferably NY) + Schuhe / Sex / Prosecco / Yoga + eine Prise dick aufgetragene Selbstironie + aussichtslose Durststrecke + Traummann der die Frau völlig überraschend aber mit Hindernissen so liebt wie sie es schon immer verdient hätte obwohl sie einen dicken Arsch hat. Tadaaaaaaaaaaa!
  2. Der Safran Foer. AlLeS sIeHt aUs alS wÄrE eS EiN BeKenNErScHreIBEn!! Da diese Schrift mir im Auge wehtut und Jonathan Safran Foer nicht will, daß ich Tiere esse, habe ich noch keins der Bücher gelesen.
  3. Der an skandinavischen Autoren orientierte Thriller. Cover: Weiß. Schrift: Blutig oder Druckerpatrone leer. Farbschema: Bildzeitung (Viel Rot, weniger Schwarz auf weißem Untergrund). Wichtigstes Merkmal: Der Spiegel Bestseller Aufkleber. Soll wohl gruselig sein.

ad c) Never judge a book by its name? Ich frage mich oft, wer sich die Titel ausdenkt. Der Autor? Der Verleger? Schreibt man den Titel zuerst, wie man es in der Grundschule gelernt hat (und auch in der Uni, siehe “Wie schreibe ich eine Hausarbeit”)? Denkt sich da vielleicht einer: Boah, das isn cooler Titel, wie nehm ich den jetzt und machn Buch draus? So oft hat der Titel ja gar nichts mit nichts zu tun…? Heutiger Aufreger war ein Buch namens “The Tokyo Diaries“, dessen Titel mich unweigerlich an SyBille Kaulitz und seinen Homonsoon so wie die 150.000 anderen Diaries erinnerte. Stand in der Independent Section, bleibt dort auch stehen. Stattdessen adoptierte ich ein äußerst hübsch aussehendes Exemplar namens “Aber Simens, Schnee im August?” aus dem Salis Verlag (der mich bitte einstellen soll, falls alle Bücher so toll und seltsam sind). Wie so häufig geht es um NY, Gilded Age, la-di-dah…

Soeben stellt sich ein Gefühl der eigenen Berechenbarkeit ein. BOOORING. Ich muß weg.

 

Another year another fat. Or something.

27 Dec

2010 is coming to an end and, as usual, people are pooping out millions of ideas on how they want to change their lives, lose weight, quit smoking, earn money, do their taxes on time for once…bla bla bla. Because you can’t do that any other day. Says so in the big book of procrastination.

 

The idea of becoming as skinny as you were age 17 („My body was smokin’! Remember that Britney Spears video with the snake? I looked just like that!“) is the most common, especially among women between the ages of 18 and 50 (or older) who haven’t completely given up on being hot.

The day after christmas you find them in herds, determined to make a change.

Not, as one would think, in the gym – that would be too simple, sweaty and possibly effective.

No, they gather at the bookstore.

In the Self-Help / Nutrition / Weight-Loss section, to be precise. Spending somewhere between 20 (Skinny Bitch) and 40 Bucks (Metabolic Balance) of the money they did not want to spend after christmas on books that tell them to go to the gym / be a vegan.

 

The other half joins a gym, which they most likely will never see from the inside again after January 7th or spends insane amounts of cash on those things that damn near electrocute* you but are supposed to give you toned muscles. I almost pooped** myself when I tried this once. The shocks were too much for my butt.

 

What’s my point?

I have no idea. After all, I was there, at the bookshop in close proximity to those women.

For research purposes.  I swear.

 

 

 

 

*What a weird word is that? Electro-cute. That totally would have been my bandname if had one. I claim copyrights. Also, I have ADD as you might have noticed. Is that a squirrel?

**This is the second time I use this word in one post. I never use it, usually. Wow. Poop.

 

 

Winter: [brr brr brr]

13 Dec

So, finally the snow is gone (for now) but winter is still here, but just so I wont forget, he gave me a nasty little cold. Which I am totally fine with because I already bought all my christmas presents, have enough scented candles to last me a lifetime get me through until christmas and a lovely bf on the way to buy groceries and meds.

All that said, it seems to me like a super duper occasion to share with you some insight of the past week.

a) Cheap Monday Jeans worn “skaterstyle” make you walk funny and look like an idiot. Even more so if you have the Bieber-do and wear a trucker hat.

b) Woody Allen can suck it. You will meet a tall dark stranger is not something you should spend money on, especially since the movie doesn’t have an end. Which is ok in some cases, but not here. Quintessence: Think twice about changes in your life, everything will get worse. The other message is that W.A. is an old perv who like young girls.

c) People who bake are awesome. People who bake cupcakes are awesomer. People who bake cupcakes and blog about it are awesomest. Which is why I wanna share some of my favorite cupcake / cooking websites with you.

  • Ohhh… Mhhh… : Virginia Horstmanns wonderful little website with gift ideas and recipes, all super easy to follow and of course delicious…
  • Bake and Destroy: Rock’n’Roll Cupcakes and other stuff (English)
  • Baking the Law: For the Rockabillys among us. Love the tattoo-y layout and the way this girl writes!

There’s more -but the man just came home with a bag-o-chicken and I gots to make me some soup.

Laterz.

Cooking is the New Black.

6 Dec

Or maybe I’m just lame. Or decided that size 27 wasn’t for me. Or I want people to like me, so I make them sweet yummy stuff. Or I just needed something I’m really good at.

Whatever the reason: my night was delicious!!!

The Little Things

3 Dec

After my rant about all things that suck big time, it’s time to crawl out of my dark hidey-hole!

So here’s my list of super-awesome stuff that makes my life wonderful .

  • My boyfriend. The. BEST. Thing. That. Ever. Happened. To me. One reason to believe in God: the man loves me even though he knows me.
  • My cat: the cutest little Purrmachine, footwarmer, mind-soother, alarmclock, entertainer
  • My friends:  my 24/7 support-system, witty, beautiful, interesting, weird people. You are the sun and the moon and the stars, for real.
  • My dad. Who is like me, in an older, more irritating and really wise version.
  • being smoke-free for 363 days today!!!
  • Chocolate.
  • Studying something that I love. Which leads me right to the next point:
  • BOOKS
  • more BOOKS
  • a full closet with chic and, more importantly right now, warm clothes
  • a beautiful apartment in a great city
  • snowflakes!
  • more snowflakes.
  • drinking tea with book and cat on the couch
  • singing along to Ella in the car
  • hot soup
  • my cozy and absolutely not p.c. scarf
  • coffee in the morning
  • not having TV
  • having a TV to watch DVDs
  • a life full of options ahead of me
  • cooking and making cupcakes for my friends
  • my really sweet new neighbours
  • hugs
  • kisses
  • my favorite little pillow
  • and did I mention books?

What makes your life good?